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FR | 15. Mai 2020 | 18:00
Gedenkstätte Seelower Höhen Open Air

9. Philharmonisches Konzert

Jörg-Peter Weigle, Dirigent
Jörg-Peter Weigle, Dirigent | © copyright Martin Walz

Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 »Leningrader«


Jörg-Peter Weigle, Dirigent

Diese Musik hat den Krieg besiegt. Sie entstand, als die Wehrmacht Leningrad abriegelte, um es so in Knie zu zwingen. Auch Dmitri Schostakowitsch gehörte zu den eingeschlossenen. Während er zusehen musste, wie Hunderttausende in der Stadt verhungerten, schrieb er an seiner 7. Sinfonie. Die Regierung der Sowjetunion ließ ihn ausfliegen, damit er seine unter dem Eindruck dieses Kriegsverbrechens entstehende Komposition vollenden konnte. Und was für eine Wirkung ging von dieser Musik aus, die mit einem furiosen Befreiungsschlag endet. Bei der Uraufführung in Moskau blieben die Menschen trotz eines Luftangriffs gebannt auf ihren Plätzen sitzen. Wenig später brachte ein Sonderflugzeug die Partitur nach Leningrad, wo die Musik noch während der Belagerung mit den in der Stadt verbliebenen Musikern aufgeführt wurde. In London und den USA wurde diese Sinfonie während des Krieges gespielt und 1946 im zerbombten Berlin. Sie wurde als Mahnung und Angebot zur Versöhnung verstanden . Bis heute ist die „Leningrader“ Schostakowitschs populärstes Werk, das sehr bewegend und erschütternd das Auslöschen der Empfindsamkeit betrauert. Schostakowitsch dachte dabei an nicht nur an die Verbrechen der Nazis. „Ich empfinde unstillbaren Schmerz um alle, die Hitler umgebracht hat“, sagt er. „Aber nicht weniger Schmerz bereitet mir der Gedanke an die auf Stalins Befehl Ermordeten.“ 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird die „Leningrader“dort aufgeführt, wo damals die blutigste Schlacht auf deutschem Boden stattfand: auf den Seelower Höhen.

Tickets: 31,00 / 27,00 / 23,00 / 16,00 €

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