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MI | 11. März 2020 | 20:00
Berliner Philharmonie

Abonnementkonzert des Philharmonischen Chores Berlin

Abonnementkonzert des Philharmonischen Chores Berlin

Georg Schumann: »Ruth« op. 50 Oratorium


Philharmonischer Chor Berlin

Jörg-Peter Weigle, Dirigent

Die männlichen Hauptdarsteller des Alten Testaments waren jähzornige Totschläger (Kain), bockig (Noah), der Vielweiberei und Maßlosigkeit verfallen (König Salomo) oder waren neidisch bis aufs Blut, wie die Söhne Jakobs, die ihren Bruder Josef erst in eine Zisterne warfen, um ihn dann an Sklavenhändler zu verschachern. Ein Vorbild an Demut, Sanftmütigkeit, Treue und Liebe zu Gott war dagegen Ruth. Sie ist die Großmutter König David, und damit ist auch Jesus mit ihr verwandt. Im Alten Testament erzählt das Buch Ruth von ihr, das den Komponisten Georg Schumann zu dem gleichnamigen Oratorium inspirierte, das zu seinen wichtigsten Werken zählt. Als „Ruth“ 1909 unter Schumanns Leitung mit großem Orchester und wuchtigem Chor uraufgeführt wurde, jubelte Presse über die „milde, klare Schönheit“ und die „Gefühlswärme“ und schwärmte: „Die Chöre sind Gebilde von wahrhaft berauschender Schönheit“. Auch international wurde dieses Oratorium gefeiert. Allerdings konnte Schumann das Oratorium in seiner ursprünglichen Fassung während der NS-Zeit nicht mehr aufführen. Es war den Nazis zu bibelfromm und zu jüdisch. Schumann, der nie Mitglied der NSDAP war, wollte sein Lieblingswerk aber unbedingt durch diese Zeit retten und schrieb den Text um. Aus „Ruth“ wurde das „Lied der Treue“ und die Handlung spielte nun nicht mehr im Heiligen Land, sondern in China. Nach dem Krieg nahm er die Änderungen wieder zurück. Wenn die Chöre von berauschender Schönheit nun unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle in Frankfurt erklingen, dann wieder in ihrer Urfassung.

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