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SA | 19. September 2020 | 19:30
Messehalle 1

1. Philharmonisches Konzert


© copyright Gedenkstätte Seelower Höhen / Bearbeitung Agentur Giraffe

Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 »Leningrader«

Zum ersten Mal seit dem Lockdown ist das Brandenburgische Staatsorchester (BSOF) Frankfurt am 19. September wieder in ganz großer Besetzung zu hören. Mit knapp 100 Musikern spielt es eines der bewegendsten Orchesterwerke der jüngeren Geschichte: Dmitri Schostakowitschs 7. Sinfonie – die „Leningrader“. Im Mai 2020 - 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – wollte das Staatsorchester diese Musik dort aufführen, wo 1945 die blutigste Schlacht auf deutschem Boden stattgefunden hatte: auf den Seelower Höhen. Wegen des Lockdowns musste das Konzert im Mai abgesagt werden. Am 19. September, 19.30 Uhr, aber holt das BSOF diese Aufführung in der Frankfurter Messehalle 1 nach. Um so viele Musiker gefahrlos auf die Bühne zu bringen, wird das gesamte Orchester schon vor Beginn der Proben und bis zum Konzert alle drei Tage auf Sars-CoV-2 getestet. Damit übernimmt das Brandenburgische Staatsorchester deutschlandweit eine Vorreiterrolle auf der Suche nach Wegen, wie sinfonische Live-Aufführungen auch unter den derzeitigen Bedingungen möglich sind.

Schostakowitsch begann mit seiner 7. Sinfonie, während die Wehrmacht Leningrad belagerte. Etwa 900 Tage dauerte diese Blockade, bei der schätzungsweise eine Million Menschen verhungerten, an Seuchen und durch Bombardements starben. Auch Dmitri Schostakowitsch gehörte zu den Eingeschlossenen und Zeitzeugen eines der schlimmsten Kriegsverbrechen der Geschichte. Die Regierung der Sowjetunion ließ ihn aus Leningrad ausfliegen, damit er seine unter dem Eindruck dieser Grausamkeiten entstehende Komposition vollenden konnte. Sie vereint große Trauer und große Zuversicht, ist nicht allein nur Stimmung, sondern auch Haltung. Eine Musik, deren friedlicher, zart-lyrischer Beginn sich als sehr zerbrechlich erweist, die dramatisch ins Dunkle stürzt und sich aus der Finsternis zum Licht erhebt. Bis heute ist die „Leningrader“ Schostakowitschs populärste Sinfonie. Als er an ihr arbeitete, habe er nicht nur an die Verbrechen der Nazis denken müssen. „Ich empfinde unstillbaren Schmerz um alle, die Hitler umgebracht hat“, sagt er. „Aber nicht weniger Schmerz bereitet mir der Gedanke an die auf Stalins Befehl Ermordeten.“

Reservierungen für dieses Konzert, sind ab sofort zunächst nur unter leningrader@bsof.de möglich, da der Vorverkauf noch nicht begonnen hat. Einzelkarten, die für das Konzert im Mai gekauft und noch nicht zurückgegeben wurden, behalten ihre Gültigkeit, müssen aber – nachdem der Vorverkauf gestartet ist – wegen des neuen Sitzplans der Messehalle an der Vorverkaufskasse gegen Karten für den 19. September umgetauscht werden. Sobald der Vorverkauf beginnt, geben wir das hier bekannt.

Abonnenten, die das 1. Philharmonische Konzert der Spielzeit 2020/21 gebucht haben, haben für die „Leningrader“ automatisch reserviert, da diese Sinfonie als 1. Philharmonisches Konzert der neuen Spielzeit aufgeführt wird. Die ursprünglich zur Saisoneröffnung angekündigte 9. Sinfonie von Beethoven mit Uraufführungen von Steffen Schleiermacher muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da Chöre zurzeit nicht auftreten dürfen.

Tickets:

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