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FR | 15. Januar 2021 | 19:30
Konzerthalle »Carl Philipp Emanuel Bach« - Großer Saal

5. Philharmonisches Konzert


© copyright Nicolai Lund

Tan Dun: »Tears of Nature«

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 »Romantische«


Alexej Gerassimez, Percussion

Jörg-Peter Weigle, Dirigent

Tan Dun hat seine muntere, sphärische, verspielte, mit ungewöhnlichen Klängen experimentierende Komposition »Tears of Nature« um das Schlagwerk herum gebaut. Sie ist ein Geschenk für solche virtuosen Percussionisten wie Alexej Gerassimez. »Tears of Nature« – die Tränen der Natur – hüpft munter über die Marimba und braucht ein gro-ßes Arsenal an Becken, Zimbeln, Pauken, Trommeln. Alexej Gerassimez weiß, wie er den Nerv dieses Klangrausches trifft, denn er hatte diese zwischen Zerbrechlichkeit und Wildheit changierende Komposition bereits unter der Leitung ihres Schöpfers interpretiert.

Dabei wirkt »Tears of Nature« wie der moderne Nachhall von Bruckners 4. Sinfonie, die neben seiner Siebenten sein meistgespieltes und beliebtestes Werk ist. Sie beschwört anfangs romantische Atmosphäre, steigert sich dann ins Monumentale, fällt ab in eine trauermarschartige Sequenz, um schließlich triumphal zu enden. Bruckner selbst gab Anlass dazu, seine 4. Sinfonie als einen Widerhall der Natur zu deuten. In den cantabilen Passagen des ersten Satzes, schrieb er in einem Brief, habe er den Gesang der Kohlmeise nachgeahmt. Diese auf Feld und Flur verweisende Spur wurde immer wieder aufs ganze Werk übertragen und so weit ausgedehnt, dass in das monumental-aufbrausende Finale gern das Bild einer entfesselten Natur hineininterpretiert wurde. Dass in dieser Komposition viel mehr steckt und sie ein Spiegel menschlicher Seelenzustände ist, darauf hat Bruckner selbst hingewiesen, als er augenzwinkernd schrieb: »Im zweiten Satz will ein verliebter Bursche fensterln gehn, wird aber nicht eingelassen.«

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