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SO | 26. Februar 2023 | 11:00
Konzerthalle »Carl Philipp Emanuel Bach« - Großer Saal

4. Klassik am Sonntag


© copyright Andrej Grilc

Julius Röntgen: Sinfonie Nr. 9 »Bitonale Sinfonie«

Amanda Röntgen-Maier: Violinkonzert d-Moll

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale«


Tianwa Yang, Violine

Jörg-Peter Weigle, Dirigent

Als er etwa 18 Jahre alt war, verliebte sich Julius Röntgen in die zwei Jahre ältere, aus Schweden stammende Musikstudentin Amanda Maier. 1880 heirateten sie, ließen sich in Amsterdam nieder und beflügelten von dort aus das europäische Musikleben. Er als Pianist, Musikpädagoge, Komponist und treibende Kraft bei der Planung des berühmten Amsterdamer Concertgebouw, sie als Geigerin und Komponistin. Als erste Frau promovierte Amanda Maier an der Königlichen Akademie Schwedens im Fach Musik. Sie musste das schwerste Examen durchlaufen, das die Akademie bis dahin ersonnen hatte, und beschämte die Chauvinisten der Prüfungskommission mit der höchstmöglichen Punktzahl in den Fächern Violine, Piano, Orgel, Komposition und Kontrapunkt.

Angesichts dieses überragenden musikalischen Könnens ist es nicht verwunderlich, das ihr 1875 in Halle / Saale uraufgeführtes, vortreffliches Violinkonzert ein sensationeller Erfolg war. Unter der Leitung von GMD Jörg-Peter Weigle führen wir es mit der Geigerin Tianwa Yang auf.

Ein Meisterwerk anderer Art ist Julius Röntgens »Bitonale Sinfonie«, die er 1930, zwei Jahre vor seinem Tod, geschrieben hatte. Sie zeigt, wie Röntgen bis ans Ende seines Schaffens auf der Höhe der Zeit blieb. Mit über 70 begann er sich sogar für Jazz und Gershwin zu begeistern. Bei aller Modernität ist Röntgen jedoch auch in der »Bitonalen Sinfonie« seiner Maxime treu geblieben, die er als »tiefempfundene, warme Emotion und Inspiration« beschrieb.

Aus einem ähnlichen Quell schöpfte Beethoven, als er in seiner 6. Sinfonie Naturidyll und Landleben musikalisch beschrieb. Um diese Sinfonie mit ihrem Vogelgezwitscher, Bachgemurmel und Hirtengesängen nicht allzu literarisch zu nehmen, forderte Beethoven von Hörern und Interpreten allerdings: »Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey.«

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