2. Education - Projekt: Benjamin Britten »Noahs Flut«

Jeder kennt die Geschichte von Noah und der Arche: Gott warnt Noah. Er hat beschlossen, die sündige Menschheit und alles, was lebt, zu zerstören – außer Noah und seiner Familie. Daher soll Noah ein Schiff nach Gottes Anweisungen bauen. Noah und seine Familie beginnen mit der Arbeit. Dann nimmt Noah getreu der Anweisung Gottes von jeder Tierart zwei mit auf sein Schiff. Nun setzt der große Regen ein. Nach vierzig Tagen schickt Noah einen Raben aus auf die Suche nach trockenem Land, doch er kommt nicht zurück. Er schickt eine Taube los, die mit einem Olivenzweig im Schnabel zurückkommt – ein Zeichen des Friedens zwischen Gott und den Menschen. Als Noah und die anderen Passagiere von Bord gehen, lässt Gott einen Regenbogen am Himmel erscheinen, als Zeichen dafür, dass Gott mit den Menschen Frieden geschlossen hat.

Der englische Komponist Benjamin Britten hat nach dieser alten biblischen Geschichte eine Kinderoper komponiert. Außer Noah und seiner Frau sind alle Mitwirkenden Kinder: Sem, Ham und Jaffet und deren Frauen, die Freundinnen von Frau Noah sowie vor allem die vielen Tiere. Die Masken und Kostüme der Tiere werden die Kinder unter Anleitung selbst herstellen. Kinder werden auch zwischen den Profi-Musikern im Orchester sitzen. Dabei werden durchaus neben Kindern aus der Musikschule und aus dem polnisch-deutschen Chor »Adoramus« auch Kinder und Jugendliche mitwirken, die bisher noch kaum Kontakt zur »klassischen« Musik hatten und auch keinerlei musikalische Vorbildung vorweisen können.

Die Mitwirkenden kommen aus der Grundschule Mitte in Frankfurt (Oder), aus der Frankfurter Singakademie (Spatzenchor), der Musikschule, der Slubicer 1. Grundschule, der Slubicer Musikschule und dem Chor »Adoramus«. Die Einstudierung der einzelnen Gruppen erfolgt durch die jeweiligen Leiter der Ensembles bzw. der Musiklehrer sowie durch Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters. Die Gesamtleitung der Chöre hat die Direktorin der Musikschule Slubice, Dr. Barbara Weiser; die Gesamtleitung des Stückes liegt bei GMD Howard Griffiths.

Für die deutschen wie die polnischen Kinder gilt: Die Kinder wachsen in einem Europa ohne Grenzen auf, in dem die Oder nicht mehr Demarkationslinie ist, sondern ein Fluss zwischen zwei Städten. Das heißt nicht, zwischen zwei Nationen deren kulturelle Nivellierung herbeizuführen. Es bedeutet, sich seiner kulturellen Wurzeln bewusst zu sein und die Kultur der jeweils anderen Nation zu kennen, zu akzeptieren und selbstverständlich mit ihr umzugehen. Das gilt für die Sprache, die Geschichte, für Kultur und Tradition ebenso wie für viele Dinge des Alltags. Und daher ist natürlich auch dieses 2. Education-Projekt des Brandenburgischen Staatsorchesters ein wunderbares Medium zur Verständigung.

Wichtig ist uns, dass die Identifikation der Kinder und Jugendlichen mit der Werkproduktion hergestellt wird. Dies soll u.a. dadurch erreicht werden, dass die Kostüme und die Bühnendekoration gleichfalls unter Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen entstehen und in Workshops der Zusammenhalt untereinander und das Entstehen dieses musikalischen Werkes bis hin zur Aufführung für die Beteiligten als »wichtig« und die Zusammenarbeit mit Musikern als Bereicherung des täglichen Lebens empfunden wird.

Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt wird bei diesem Projekt durch Sponsoren unterstützt: Die Sparkasse Oder-Spree und die PWC Stiftung. Beide Sponsoren waren schon beim 1. Education-Projekt »Liebe. Heimat. Tod?« mit beteiligt. Partner des Projektes ist außerdem die Stiftung Genshagen, dessen »Impulsepartner 2010« das Brandenburgische Staatsorchester mit »Noahs Flut« wurde. Mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellen deutsche und polnische Kinder in mehrtägigen, gemeinsamen Workshops im schönen Schloss Genshagen Tiermasken und Kostüme, die sie bei der Aufführung am 2.Mai tragen werden.

Hier finde Sie Probenbilder vom Projekt »Noahs Flut«

Das Projekt hat seine Premiere am Sonntag, 2. Mai 2010, 11.00 Uhr. 2. Education – Projekt wird unterstützt durch:

Sparkasse Oder-Spree     PwC-Stiftung Beauftragten der Bundesregierung


 
 
 

      UNSER NÄCHSTES KONZERT


Sonntag, 28. Mai 2017,
11.00 Uhr
Konzerthalle »C. Ph. E. Bach«


Volkmar Andreae:
Kleine Suite op. 27

Wolfgang Amadeus Mozart:
Oboenkonzert C-Dur KV 314

Felix Mendelssohn:
Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 (2. Fassung)

Ruth Pfundstein-Langes, Oboe
Marc Andreae, Dirigent





Tickets: 31,- / 27,- / 23,- / 16,- €
 


WUSSTEN SIE SCHON?